Ein Lebenstraum von Nord nach Süd

Tag 5: Zurück zur Via Verde über Castelseras

Nach dem Ruhetag auf dem Campingplatz Alcaniz packen wir unser Zelt schon früh zusammen und machen uns startfertig. Lumpi schaut noch etwas komisch weil er kein Frühstück in seinem Napf findet, aber das haben wir ja zu dritt verdummbeutelt.

Dafür machen wir den ersten Halt bei LIDL in Alcaniz um unsere Vorräte aufzufrischen und um Lumpi neues Futter zu besorgen. LIDL hat jede Art von Hunde-Trockenfutter: Für junge Hunde, für alte Hunde, für besonders große Hunde, für die verwöhnten Schoßhündchen. Aber alle Packungen, die wir finden, wiegen mindestens 5kg, gerne auch mal 10kg. Viel zu schwer für die kommende Etappe: Für den Rückweg zur Via Verde stehen rund 400 Höhenmeter auf dem Plan und da wollen wir kein Futter für 2 Monate mit uns schleppen.
Wir nutzen die Gunst der Stunde, dass Benny draußen warten muss und legen unauffällig eine Packung Katzenfutter in den Wagen. Die gibt es nämlich in 2kg-Packungen. Und auch für uns wandern einige Leckereien in den Einkaufswagen, siehe letztes Foto mit unserem Abendpicknick.

Den Großteil der heutigen Etappe werden wir auf Landstraßen fahren weil wir die Via-Verde-Holperstrecke zwischen Alcaniz und Valdealgorfa nicht nochmal fahren wollen. So finden wir uns kurz danach bei sonnigen 28°C auf der Straße nach Castelseras wieder und treten uns Höhenmeter für Höhenmeter nach oben.
Unterwegs treffen wir wenige Autos und zwei Schlangen auf der Straße: Die Erste hatte bereits eine unfreiwillige lethale Begegnung mit einem Auto und wurde deshalb nicht mehr abgelichtet (dummerweise wissen wir genau deshalb nicht, zu welcher Gattung sie lebend gehört hatte). Die Zweite, eine Treppennatter mit stolzen 100cm Körperlänge, liegt am Straßenrand und genießt die spanische Oktobersonne.

Treppennattern kommen in Spanien recht häufig vor, man kann sie an den charakteristischen zwei schwarzen Streifen erkennen, die vom Kopf bis zum Schwanz reichen. Auch ihre Körperhaltung mit den vielen S-Schlägen haben wir bei allen Exemplaren beobachtet. Da sie eine ungiftige Schlange ist und sie sich meist noch ein bisschen angucken lässt bevor sie sich im Dickicht verkriecht, ist sie eigentlich unser Lieblingsreptil auf den spanischen Bahntrassen (Bild anklicken für Vergrößerung).

Treppennatter

Gute 10 Kilometer weiter und -in der Spätsommerhitze auch schon deutlich verschwitzter- machen wir eine Mittagspause in Torrecilla de Alcaniz auf einem Dorfplatz mit Mühlensteinen. Lumpi darf von dem Katzenfutter kosten… muss aber doch sehr davon überzeugt werden, dass es sich um GUTES Futter handeln würde.

Nach einer guten Stunde Pause geht es die restlichen Höhenmeter nach oben, bevor wir uns auf eine tolle Schussfahrt mit gut 50 Sachen und Hundehänger hinten dran machen. Hier überqueren wir auch den Nullmeridian zurück nach Osten:

Unspektakulär entern wir bei Valjunquera wieder die Via Verde und sind – vom morgendlichen Anstieg endorphingeschwängert- wieder von der Stille inmitten der Natur begeistert.
Obwohl es mit ein bis zwei Prozent Gefälle prima rollen würde bremst Udo Hintensitzer auf gefühlte Schrittgeschwindigkeit, während er 50-m-weise mit einem „Wow, ist das geil hier“ nervt.

Noch eine Kaffeepause an der Estacion Antigua de Valjunquera

2012-10-04_019

bevor wir am Via-Verde-Bahnhof Valdeltormo, unserem geplanten Stopp für die Nacht, einrollen.

Wir packen unsere Leckereien aus und halten in der Abendsonne eines unserer legendären Picknicks auf der Laderampe der alten Bahnhofslagerhalle. Eigentlich DAS LEGENDÄRSTE Picknick unserer Tandemradgeschichte:

2012-10-04_023a_gedreht 2012-10-04_024

Gegen 8 Uhr, als wir keinen Rad- oder Besucherverkehr mehr am Bahnhof erwarten schlagen wir unser Zelt auf, quetschen den letzten Tropfen Wein aus der Flasche und kuscheln uns müde und glücklich zur Bettruhe.

2012-10-04_022

Weiter mit Tag 6: Abgebrochene Tagesetappe in Richtung Tortosa

200km Bahntrassen im Oktober 2012

Unsere Radtour mit Zelt, Hund und Pino Hase auf der Bahntrasse Tortosa - Alcaniz:

    • Via Verde del Baix Ebre
    • Via Verde de la Terra Alta und
    • Via Verde de la Val de Zafan

Direkt zu den Tagesetappen:

Neue Kommentare